Liebe Mitbetroffene,
Sie sehen sich mit einer schweren Krankheit konfrontiert, bzw. bei Ihnen musste möglicherweise eine schwere Operation durchgeführt werden. Über das ganze Ausmaß Ihrer Erkrankung bzw. des chirurgischen Eingriffs hat Sie Ihr Arzt gewiss aufgeklärt. Je besser Sie über Ihre Situation informiert sind, umso besser werden Sie mit Ihren evtl. Problemen, Spätfolgen und Schmerzen fertig.
Durch ein vielfältiges Therapieangebot kann eine Schmerzkontrolle heutzutage in nahezu allen Fällen möglich sein.
Was Ihre Bauchspeicheldrüse nicht mehr herstellen bzw. verwerten kann, muss Ihrem Körper in Form von Medikamenten regelmäßig zugeführt werden.
Nehmen Sie während jeder Mahlzeit pro 1 Gramm Nahrungsfett 2000 I.E. des verordneten Enzympräparates mit etwas Flüssigkeit ein.
Es ermöglicht die Verwertung der Nahrungsstoffe, insbesondere
der Fette. Blähungen, Durchfälle, übel riechende Fettstühle
und Gewichtsabnahme hören in der Regel bei genügender
und korrekter Enzymeinnahme auf.
Weiter benötigen Sie evtl. regelmäßig die Injektion der fettlöslichen
Vitamine A, D, E, K und des wasserlöslichen Vitamins
B12.
Sollte Ihnen ein Teil des Magens entfernt worden sein, kann es
sinnvoll sein, die Enzymkapseln zu öffnen. Bei magenerhaltender
Operation benötigen Sie evtl. einen Magensäureblocker
zur Wirkungsentfaltung der Enzyme und zur Vermeidung von
Komplikationen.
Auch nicht operierte Pankreatitis-Patienten oder inoperable Tumor-Patienten können in einigen Fällen von der Enzymeinnahme profitieren!
Folgen Sie den Diätempfehlungen genau und versuchen Sie unbedingt herauszufinden, welche Speisen Ihnen besonders gut oder schlecht bekommen (siehe die Ernährungsveröffentlichungen des AdP). Besonders anfällig ist die Fettverdauung, die aber sehr gut über die Enzymeinnahme eingestellt werden kann. Sollte in seltenen Fällen durch die Enzymeinnahme keine Normalisierung der Verdauung erfolgen, kann an die Reduzierung des Fettanteils der Mahlzeiten oder den Einsatz von Spezialfetten mit mittelkettigen Fettsäuren gedacht werden.
Wenn bei Ihnen in Folge Ihrer Pankreaserkrankung eine Zuckerkrankheit
vorliegt, handelt es sich um einen sogenannten
pankreopriven Diabetes mellitus (Typ 3c). Dieser Diabetes
sollte mit Insulin eingestellt werden.
Wichtig dabei sind eine fachärztliche Betreuung und die eigene
kooperative Mitarbeit. Beachten Sie genau Ihren Diätplan (Kohlenhydrate,
Fette, Eiweiße) und die Zeiten der Nahrungsaufnahme.
Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker regelmäßig.
Vermeiden Sie Stoffwechselentgleisungen wie Über- und ganz besonders Unterzuckerungen. Lernen Sie die Anzeichen einer beginnenden Unterzuckerung zu erkennen und führen Sie immer und überall Traubenzucker oder eine Zuckerlösung mit sich.
Besprechen Sie mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Kollegen
das Problem und die Anzeichen einer Unterzuckerung (Schwitzen,
Blässe, Unruhe, Zittern, Müdigkeit, Aggressivität, Verwirrtheit,
Kopfschmerz, Heiß hunger, Sehstörungen etc.) und die
notwendigen Hilfsmaßnahmen.
Sollten Sie unter starken Blut zuckerschwankungen mit wiederholten
extremen Unterzuckerungen leiden, sprechen Sie Ihren
Arzt auf die Möglichkeit einer Glukagon-Notfallspritze an.
Man kann die einzelnen Parameter des Stoffwechsels kontrollieren,
z. B. alle drei Monate HbA1c („Langzeitzuckergedächtnis“),
Vitamin A.
Es gibt eine Vielzahl von Messgrößen wie Blutbild, Leberwerte
und Tumormarker, die in Absprache mit dem Arzt und in Abhängigkeit
von der Erkrankung untersucht werden können.
Sollte Ihre Operation noch nicht lange zurückliegen, so werden
Sie vorerst noch ein ganz anderes Problem haben: Sicher haben
Sie vor und besonders nach der Operation an Gewicht verloren.
Seien Sie aber nicht verzagt, wenn eine Gewichtszunahme
vorerst ausbleibt. Erfahrungsgemäß setzt sie häufig –
auch bei fehlerloser Diät und konsequenter Zufuhr von Medikamenten
– erst nach einigen Monaten ein. Wichtig ist es, eine
langfristige weitere Gewichtsabnahme zu stoppen. Ein erheblicher
Gewichtsverlust kann auch bei nicht operierten Bauchspeicheldrüsenerkrankten
auftreten. Auch in dieser Situation
können Gegenmaßnahmen ergriffen und eine Gewichtsstabilisierung
erreicht werden.
Geben Sie Ihrem Körper für die Genesung Zeit und haben Sie
mit sich und der Wiederherstellung Ihrer Leistungsfähigkeit
Geduld! Wenn Sie heute oder später weiteren Rat oder Hilfe brauchen, so wenden Sie sich bitte an uns.