AdP e.V. Bauchspeicheldrüsenerkrankte

40. AdP-Bundesweites Informationstreffen Berlin vom 3.- 5. Mai 2002

40. AdP-Bundesweites Informationstreffen Berlin vom 3.- 5. Mai 2002

Offizieller Bericht zum 40. AdP Bundestreffen

Erfreulich, dass beim Vorabendtreffen , Freitag, 3.5.2002, der AdP - Vorsitzende, Herr Dieter Prey, 165 (neuer Rekord) alte und neue Mitglieder des AdP und zwei Gäste aus Belgien und der Schweiz begrüßen durfte, die sich im Großen Hörsaal der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß - und Thoraxchirurgie der Charite Campus Mitte, Berlin, nach der Stärkung am Kalten Büffet eingefunden hatten.

Nach Eröffnung und einer Gedenkminute für den im Januar verstorbenen AdP-Ehrenvorsitzenden W. Heyden moderierte Herr Lechner, Kontaktstellenkoordinator des AdP, im Laufe des Abends die Vorstellung von 20 neuen Mitgliedern (l0 Damen u. l0 Herren) und drei Krankheitsgeschichten.

Wie immer konnten auch an diesem Vorabendtreffen schon Fragen seitens "der Neuen" an die bereits anwesenden Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates, Prof. Dr. Willig, Leimen, Prof. Dr. Klapdor, Hamburg, und Prof. Dr. Schoenberg, München, gestellt werden.

Herr Kleeberg, Kontaktstellenleiter des AdP für Berlin, hatte einen Leierkastenmann aus Berlin-Köpenick engagiert, der die ca. 220 Teilnehmer der

Hauptveranstaltung, Samstag, 4.5.2002

vor dem Aufgang zum Großen Hörsaal empfing, bevor sich diese im Auditorium einen Platz suchten, um vom Hausherrn, Direktor Prof. Dr. J.M. Müller, "in den ehrwürdigen Mauern der Charite" begrüßt zu werden, der die  Bedeutung des AdP gerade hinsichtlich der schwierigen Situation die Nachsorge betreffend hervorhob, stand die Hauptveranstaltung doch unter dem Motto:

Folgeprobleme nach Pankreasoperationen

Nach Grußworten des AdP - Vorsitzenden dankte dieser Herrn Prof. Müller und Dr. Wenger für die "Superunterstützung" bei der Organisation und Ausrichtung dieses 4o. AdP - Informationstreffens. Herr Prey verlas weitere Grußadressen der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Krebshilfe und übergab dann für ein Grußwort an Frau Wiegand-Glebinski, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes: "... wie schön, dass wir uns haben..., aufgeschlossene, motivierte Menschen, die voneinander profitieren und gemeinsam viel bewegen können". So kurz war die Begrüßungszeremonie noch nie wie dieses Mal und das erste Referat konnte daher vorzeitig (!) beginnen:

Zweiteingriffe nach Pankreasoperation

Prof. Dr. Müller, Charite, begann seine Ausführungen mit der Auflistung von Primäreingriffen bei akuter und chronischer Pankreatitis, Pankreaskopf- und Pankreasschwanzkarzinom, warf einen Blick auf die Entwicklung der Pankreaschirurgie in den letzten 15 Jahren (deutliche Senkung der Sterblichkeit, noch relativ hohe Früh- und Spätmorbidität, deutliche Verbesserung der Lebensqualität, begrenzte Verbesserung der Spätprognose), kam dann auf die Ursachen für Folgeoperationen (postoperative Komplikationen, allgemeine Spätkomplikationen, Pankreatitis, Pankreastumor), ging schließlich näher ein auf die Therapie bei Pankreasfistel, v.a. durch das Medikament OCTEOTRID, bei Narbenhernie, bei chronischen Schmerzzuständen und bei Wundheilungsstörung. Im besonderen wies Prof. Müller auf die Bedeutung der lokalen Tumorrezidive hin und beendete sein Referat mit leider wenig ermutigenden Prognosen bei Lebermetastasen. Nach der Beantwortung von Fragen zu diesem ersten Vortrag war Prof. Dr. Keim, Leipzig, an der Reihe mit dem Thema

Erbliche Ursachen von Pankreaserkrankungen

(Der Berichterstatter kann sich hier eine Zusammenfassung sparen und verweist auf die Anlage in der Berliner Tagungsmappe zu diesem Thema bzw. die Verteilung der Kurzfassung als Handbuchunterlage voraussichtlich mit der Mitgliederpost im Juli dieses Jahres).
Prof. Keim  forderte am Ende seiner Darlegungen alle Anwesenden auf im Laufe dieses Samstags eine Blutprobe zur Verfügung zu stellen, in der verschiedene Gene untersucht werden sollen, die wahrscheinlich mit der Entstehung von Pankreaserkrankungen in Verbindung stehen. Zudem versprach er über das Ergebnis der Untersuchung alle "Blutprobenspender" umgehend zu benachrichtigen.
Zahlreiche Fragen aus der Zuhörerschaft musste Prof. Keim zu seinem Thema beantworten, dass die Kaffeepause etwas verspätet beginnen und daher Prof. Dr. P. Wust, Berlin, mit dem Thema:

Einsatz der Hyperthermie in der onkologischen Behandlung des Pankreaskarzinoms

auch nach hinten verschoben starten konnte.

Nach allgemeinen Bemerkungen zum Pankreaskarzinom und seiner Prognose (potentiell resektabel 2o - 3o %, lokal fortgeschritten nicht resektabel 4o %, metastasiert 4o % ) nannte Prof. Wust therapeutische Optionen des Pankreaskarzinoms ( kurative Operation, Chemotherapie, Radiotherapie, geschickte Kombination von Radio- und Chemotherapie ) und erläuterte dann den Einsatz der Hyperthermie:  " Hyperthermie bedeutet Anwendung von Wärme zur Temperaturerhöhung in der Tumorbehandlung ". Der Referent erklärte im folgenden die Anwendungsformen der Hyperthermie beim Pankreaskarzinom und die Funktionsweise der Teilkörperhyperthermie, die in Kombination mit Strahlentherapie und/oder Chemotherapie durchgeführt werden kann. Prof. Wust fuhr fort mit bisherigen Erfahrungen der Hyperthermie bei Pankreas-CA ("Gering !") und den Krankheitsstadien, die eine Anwendung der Hyperthermie als diskussionswürdig erscheinen lassen bzw. die ungesicherte, aber denkbare Anwendung der Teilkörperhyperthermie. Prof. Wust beendete seine Ausführungen mit der Problematik der Anwendung der Ganzkörperhyperthermie und dem Hinweis auf Hyperthermie - Forschungszentren in zehn, meist universitären Zentren der Bundesrepublik, wo die Teilnahme an Studien als Patient möglich ist.

Für das folgende letzte Referat:

Digestive und resorptive Folgen nach Pankreasresektion

von PD Dr. H. Schmidt, Berlin, ergeht wie schon an anderer Stelle der Hinweis des Berichterstatters auf die Kurzfassung des Themas als Anlage in der Tagungsmappe. Diese Kurzfassung soll ebenfalls als Handbuchseite mit der Sommerpost allen Mitgliedern zugehen. Nach diesem von PD Dr. Schmidt mit sehr anschaulichen Dias abgehandelten Vortrag konnten die Anwesenden jetzt mit noch größerer Verspätung in die Mittagspause entlassen werden, jedoch erst nach der notwendigen organisatorischen Einteilung der nachmittäglichen vier Gesprächsgruppen :

  • Exokrine Substitution bei Pankreasinsuffizienz
  • Diabetes mellitus und Verlaufskontrolle
  • Tumornachsorge
  • Versorgungsfragen, Reha, Kur

Gegen 16.15 Uhr , nachdem sich alle Gesprächsgruppen wieder aufgelöst und die Teilnehmer die verdiente Kaffeepause mit süßen Stückchen "geschafft" hatten, begann unter der Moderation von Prof. Dr. Müller  und Prof. Dr. Willig das "Expertenforum", während dem wieder Fragen aus dem Auditorium an die Referenten des Tages  oder Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates des AdP zur Beantwortung vergeben wurden.

Pünktlich um 17 Uhr schließlich konnte AdP-Vorsitzender D. Prey ein Resümee des "anstrengenden Treffens" ziehen und allen mit Blumen oder Flüssig-Perlendem herzlich danken, die sich um dieses 4o. AdP -Treffen in  Organisation und Durchführung sehr verdient gemacht hatten.

Zum angebotenen Rahmenprogramm des Samstagabends, an dem sich  ca. 90 AdP-ler noch beteiligten, sei hier zitiert aus dem "ADAC spezial -Reise", wo schon in der Ausgabe 1991 zu lesen ist: "Wer nach einem Revue - und Variete-Theater sucht, der kann auch das finden, im FRIEDRICHSSTADT - PALAST ... Dort wird mit  Effekten geklotzt, es wird getanzt, gesungen, gezaubert, halsbrecherisch geturnt .. Es wäre schade, gäbe es diese großstädtische Abendunterhaltung nicht mehr". Die Teilnehmer hatten in der Vorstellung "Wunderbar - die 2002. Nacht" eine - so die Meinung des Berichterstatters - großartige weltstädtische Aufführung erlebt!

Für die Organisation dieses Rahmenprogramms, am Sonntag noch die Stadtrundfahrt durch Berlin auf der Spree, dem Kontaktstellenleiter des AdP für Berlin, Herrn J. Kleeberg einen ganz besonderen Dank

Verfasser: H. Kotyrba, Sudetenweg 21, 69181 Leimen

 

Wir bedanken uns bei den folgenden Firmen für ihre Unterstützung zu unserem 40. AdP-Informationstreffen
vom 03.05. - 05.05.2002 in der Charite Campus Mitte, Berlin.
  • Abbott MediSense GmbH, Wiesbaden
  • Berlin-Chemie AG, Berlin
  • Ethicon GmbH, Norderstedt
  • Lifescan GmbH, Neckargemünd 
  • Novartis Deutschland GmbH, Wehr
  • Solvay GmbH, Hannover

 

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