AdP e.V. Bauchspeicheldrüsenerkrankte

51. Bundestreffen des AdP e.V.

„Operative und konservative Behandlungsmöglichkeiten bei Pankreaserkrankungen“

Protokoll:

Am 8.5.15 fand die Sitzung des Wissenschaftlichen Beirates und anschließend die Mitgliederversammlung des AdP statt.
Herr Kleeberg eröffnete die Veranstaltung. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde nach einem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des AdP der Rechenschaftsbericht des Vorstandes durch Herrn Kleeberg vorgetragen.
Dann folgte der Kassenbericht (Herr Lechner) sowie die Abstimmungen zu den Anträgen zur Änderung der Satzung (alle Anträge wurden angenommen).
Nach Entlastung des bisherigen Vorstandes erfolgte die Wahl des neuen Vorstandes und die Bestätigung des neuen Mitgliedes des Wissenschaftlichen Beirates, Herr  PD Dr. med.  N. Ewald (Lübbecke).

Wissenschaftliche Hauptveranstaltung am 9. Mai 2015

(Moderation: Prof. Dr. med. habil. K. Gellert (Berlin),  Prof. Dr. med.  M. Poll (Lübbecke))

Die Veranstaltung wurde durch den Vorsitzenden des AdP Herrn Kleeberg eröffnet. Der Ärztliche Direktor des Sana-Klinikums Herr Dr. med. von Cossel sprach anschließend ein Grußwort.

Den ersten Vortrag der wissenschaftlichen Hauptversammlung hielten Herr  PD Dr. med. D. Hartmann (Berlin) und  Prof. Dr. med. habil. K. Gellert. Sie sprachen zum Thema “Operative und konservative Möglichkeiten bei der chronischen Pankreatitis“.

Herr PD Dr. med. D. Hartmann  erläuterte zuerst die Anatomie und die Funktionen der Bauchspeicheldrüse sowie die Symptome bei Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse (Verlust der endokrinen und exokrinen Funktion). Danach sprach er über die Ursachen, Symptome und die Behandlung von akuter und chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Insbesondere wurden die Möglichkeiten der endoskopischen Diagnostik und Therapie erläutert (z.B. Entfernung von Gallengangsteinen, Behandlung von Pseudozysten, Legen von Stents in den Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengang).   

Im Anschluss daran referierte Prof. Dr. med. habil. K. Gellert  über die Häufigkeit, Lebenserwartung und das Hauptproblem Schmerz bei chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Diese Schmerzsymptomatik, weitere Symptome, wie Gewichtsverlust, exokrine und endokrine Funktionsstörungen erfordern die enge Zusammenarbeit von Ärzten und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen. Weiterhin sprach er über die Ursachen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Haupt- Risikofaktoren der Entwicklung einer  chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Alkoholabusus und auch das Rauchen. Ca. 10% aller Patienten mit einem schweren Alkoholabusus entwickeln eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Ausführlich wurde auf die Entstehung der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung und ihre Komplikationen und Folgen eingegangen. Die chirurgischen Möglichkeiten und Indikationen der Behandlung  der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung erklärte Herr Prof. Dr. med. habil. K. Gellert ausführlich.

Nach der Kaffeepause  sprach Herr Prof. Dr. med.  M. Siech (Aaalen) zum Thema
„ Minimalinvasive Chirurgie am Pankreas – derzeitiger Stand, pro und kontra“

Herr Prof. Dr. med.  M. Siech demonstrierte an Hand kurzer Filme und Abbildungen verschiedene Operationsmethoden der minimalinvasiven Chirurgie an der Bauchspeicheldrüse. Er erläuterte die Vorteile der laparoskopischen Wipple-Op im Vergleich zur  „herkömmlichen“ Wipple-Op. Es wurde der aktuelle Stand des deutschen laparoskopischen Pankreasregisters demonstriert.

Herr PD Dr. med. N. Ewald (Lübbecke) referierte zum Thema „Diabetes mellitus Typ 3c –  Diagnostik und Therapie“. Nach einführenden Worten zu den Aufgaben und der Interaktion von exokrinem und endokrinem Teil der Bauchspeicheldrüse  sprach Herr  PD Dr. med. N. Ewald  zur Häufigkeit von Diabetes mellitus bei akuter und chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Er erläuterte, welche Erkrankungen zu einem Diabetes Typ 3c führen können. Insgesamt ist dieser Typ des Diabetes sehr selten (ca. 3-5% aller Diabetiker).  Ca. 75% der Patienten mit Diabetes Typ 3c haben eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Viele Fragen sind bezüglich der Pat. mit Diabetes Typ 3c noch ungeklärt. Der „Inkretin Effekt“ (verstärkte Ausschüttung von Insulin auf orale Glucosegabe) und sich daraus möglicherweise in Zukunft ergebene Therapie-Angriffspunkte wurden erläutert. Die wichtige Rolle von Vitamin D sprach der  Redner ebenfalls an.
Die offenen Fragen sind Inhalt der zukünftigen Forschung.

Nach jedem Vortrag bestand die Möglichkeit einer ausführlichen Diskussion und von Fragen durch die Betroffenen an die Experten.

Nach der Mittagspause hatten die Mitglieder des AdP und andere Teilnehmer der Veranstaltung bzw. Betroffene  in bewährter Tradition und nach den guten Erfahrungen der letzten AdP-Bundestreffen die Möglichkeit, am Angebot   „Bauchspeicheldrüse im Dialog – Experten beantworten ihre persönlichen Fragen“ teilzunehmen.
Betroffene und Angehörige konnten hier individuell Gespräche mit Experten führen und ihre Fragen klären zu Themen wie: Vorsorge, Nachsorge, Diagnosestellung, chirurgische  Therapie, Schmerztherapie, Ernährung, Enzyme, Diabetes mellitus Typ 3c, Blutzuckereinstellung, Krebs und Sport, alternative Behandlungen, Rehabilitation, Rente, Behindertenrecht, Psychoonkologie, Versorgung durch die Apotheke, Gespräche unter / mit Angehörigen).

Im Anschluss berichteten die Experten über die Hauptinhalte der individuellen Beratungsgespräche bzw. der Höhepunkte aus den Dialogen.

Abschließend bedankten sich Herr Prof. Dr. med. habil. K. Gellert und Herr Prof. Dr. med.  M. Poll bei allen Anwesenden und aktiv Beteiligten und Herr Kleeberg beendete mit einem herzlichen Dank an die Organisatoren, Veranstalter und Mitwirkenden das Bundestreffen.

Das nächste AdP- Bundestreffen wird im Mai 2017 in Erfurt stattfinden.

 

15.05.2015, Protokoll Dr. Gabriele Rex

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