Bei bestimmten individuellen Situationen nannte Dr. Pfützer dann einige Empfehlungen, wie von diesem allgemeinen Konzept abgewichen werden könne.
Liegt bei einem Betroffenen beispielsweise eine relative Übersäuerung des Magens vor, macht es Sinn, zu den umkapselten Mikropellets noch zusätzlich einen so genannten Säureblocker einzunehmen.
Bei operierten Patienten hingegen kann durch eine teilweise Magenentfernung aber auch eine Untersäuerung vorliegen, die dann die Einnahme eines unverkapselten Präparates nahe legt.
Bei Beweglichkeitsstörungen des Magen-Darm-Traktes könne es eventuell auch nötig sein, auf noch kleinere Teilchengrößen, so genannte Minimikrospären, zurückzugreifen und diese wieder mit einem Säureblocker zu kombinieren.
Den Erfolg einer Therapie mit Pankreasenzympräparaten kann der Patient dann oft selbst erkennen, nämlich an einer Gewichtszunahme oder zumindest an der Möglichkeit, sein Gewicht zu halten, einer Besserung der Durchfälle und der Blähungen und einer Verringerung des Fettgehaltes des Stuhles (der Stuhl lässt sich wieder leichter in der Toilette herunterspülen!!).
Ein primäres Ausbleiben des Therapieerfolges sei in den meisten Fällen durch eine zu geringe Enzymeinnahme begründet. Die Gefahr einer Überdosierung müsse der Patient bei Dosissteigerung aber nicht befürchten, weil überschüssige Enzyme mit dem Stuhl wieder ausgeschieden werden.
Abschließend erklärte Dr. Pfützer, dass eventuell eine natürliche Zufuhr und Aufnahme der fettlöslichen Vitamin A,D,E und K nicht immer in ausreichendem Maße erfolgen kann. In dieser Situation könne man die fehlenden Vitamine auch substituieren, müsse jedoch vorsichtig mit Überdosierungen sein.
Auch nach diesem abschließenden Referat nutzten die Zuhörer wieder reichlich die Gelegenheit, weitere Fragen zu stellen und erst kurz vor Beginn des anschließenden Regionalgruppentreffens des AdP um 14.00 Uhr beendete Herr PD Dr. Niedergethmann die Veranstaltung mit einem Dank an alle Referenten und Mitwirkenden des AdP und der Erkenntnis, dass auch Ärzte von solchen Veranstaltungen immer wieder profitieren, weil sie in der Diskussion erkennen, was in der täglichen Praxis richtig läuft und wo ein Verbesserungsbedarf besteht.
Es hatte sich auch bei diesem 3. Patienten-Informationstag wieder gezeigt, wie groß der Informationsbedarf der Betroffenen ist und wie sehr diese Form der Kontaktaufnahme mit engagierten Ärzten geschätzt wird. Die große Teilnehmerzahl beim Regionalgruppentreffen hinterher zeigte, dass auch der Austausch unter Gleichbetroffenen regen Zuspruch findet.
Außerdem profitierte diese Zusammenkunft wieder sehr von der Anwesenheit der Herren Dr. Niedergethmann und Dr. Pfützer aber auch von der für den AdP ehrenamtlich tätigen Diätassistentin und Ernährungsberaterin, Frau Drescher.
Um kurz vor 16.00 Uhr ging man mit Informationen, neuen Kontakten und vielen für den Einzelnen wichtigen geklärten Fakten bereichert auseinander.
Für weitere Auskünfte und zur Kontaktaufnahme mit den Referenten des Patiententages steht ihnen Frau Dr. Zimpel der Regionalgruppe Heidelberg/Mannheim/Kaiserslautern jederzeit zur Verfügung.