AdP e.V. Bauchspeicheldrüsenerkrankte

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Arzt – Patienten – Seminar
am 31.03.2004 von 18.00 bis 20.00 Uhr

im Hörsaal der Krankenpflegeschule am Klinikum Kemperhof in Koblenz

Über 70 Personen konnten zu dieser ersten Veranstaltung über Pankreaserkrankungen begrüßt werden. Professor Dr. T. Bozkurt von der medizinischen Klinik I bekundete als Leiter der Veranstaltung seine Freude über das Zustandekommen des Informationsabends in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der Pankreatektomierten e. V. (AdP) Sein Dank und der von Frau Kaifer als Kontaktstellenleiterin des AdP ging an die Vertreter der Firmen Solvay und Lilly für die Unterstützung, ohne die eine Veranstaltung in diesem Rahmen nicht möglich ist.

Die Leiterin der Kontaktstelle 56 des AdP, Frau Kaifer bedankte sich als erstes bei Professor Dr. T. Bozkurt, Frau Dr. Claudia Chalybäus und Herrn Dr. Thomas Biegel für das Angebot und die Durchführung dieser Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem AdP. Sie freute sich auch über die unerwartete Besucherzahl und die Möglichkeit, die Tätigkeiten des Arbeitskreises bundesweit und ihrer Kontaktstelle auf Regionalebene, weiteren Betroffenen vorstellen zu können. Herr Keller, ein Gruppenmitglied, schilderte anschließend anschaulich die vielfältige Hilfe, die er in der Gruppe schon erfahren hat.

Die erste Leinwand-Präsentation von Professor Dr. T. Bozkurt befasste sich mit der Entdeckung der Bauchspeicheldrüse durch Georg Wirsung, sowie ihrer endokrinen und exokrinen Funktion. Er beschrieb die verschiedenen Ursachen und Symptome einer Pankreaserkrankung und gab einen Überblick über Diagnostik und Therapie. Die Diagnostik umfasst neben bildgebenden Verfahren (Sonografie, CT, MRT, MRCP, ERCP und Endosonografie) auch Labor- und Funktionstests. Mit der Therapie soll: die Krankheitsursache beseitigt, ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert, Komplikationen vermieden und Schmerzen bekämpft werden. Zur Therapie gehört auch eine angepasste Ernährung und die Behandlung bei Diabetes.

Der anschließende Vortrag von Frau Dr. Claudia Chalybäus befasste sich mit Diagnostik und endoskopischer Therapie. Anhand von ausführlicher Power-Point-Dokumentation bekamen auch Laien eine gute Vorstellung von krankhaften Veränderungen am Pankreas wie akuter und chronischer Pankreatitis, Tumoren und Fehlbildungen, Zysten und Steinen. Sie erklärte die Diagnosemöglichkeiten durch Sonografie, Endosonografie, ERCP, MRT, MRCP, und CT. Sehr interessant und verständlich stellte sie die endoskopischen Behandlungsmöglichkeiten mittels ERCP dar, besonders Steinentfernung und Drainagen.

Erfreulich war zu hören, dass verschiedene Behandlungen demnächst ambulant oder teilstationär erfolgen können.

Zum Schluss referierte Dr. Thomas Biegel über Ernährung, Medikamente und Diabetes. Wichtig war es zu erfahren, dass es keine spezielle Pankreasdiät gibt, sondern das jeder Betroffene seine eigene Nahrungsverträglichkeit austesten muss. Es gibt nur allgemeine Empfehlungen wie: öfter kleine Mahlzeiten, Verzicht auf Alkohol, leichte Vollkost, Fettreduktion auf 60 – 100 gr/ Tag, Verwendung hochwertiger, leichtverdaulicher Fette oder evt. MCT Fette, leicht erhöhte Eiweißzufuhr, erhöhte Kohlenhydratmenge, ausreichende Flüssigkeits- und ausgewogene Vitaminzufuhr.

Die medizinische Therapie besteht in einer angepassten Gabe von Pankreasenzymen evt. in Verbindung mit Säureblockern.

Erwähnt wurde ebenfalls die Schmerztherapie durch Medikamente, einer Nervenblockade oder eines operativen Eingriffs. Kurz angesprochen wurde von Dr. Biegel auch die Behandlung bei Diabetes, der erst relativ spät bei einer chronischen Pankreatitis mit einer Häufigkeit von 30 – 50 % auftritt. Eine Therapie erfolgt durch angepasste Ernährung und Insulin.

Die sehr interessante Veranstaltung mit den gut verständlichen Vorträgen endete zu aller Freude mit einem erkrankungsgerechten Imbiss.

Frau Dr. Chalybäus, Herr Professor Dr. Bozkurt, Herr Dr. Biegel
Die drei vortragenden Ärzte (v.l.):
Frau Dr. Chalybäus, Herr Professor Dr. Bozkurt, Herr Dr. Biegel
Herr Keller, ein Mitglied des AdP
Herr Keller, ein Mitglied des AdP,
berichtet über die Hilfe,
die er in der Gruppe erfahren hat
Informationsstand der Regionalgruppe Koblenz
Informationsstand der
Kontaktstelle Koblenz

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