Kleine Kliniken, größeres OP-Risiko?

44 Prozent der Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz verfehlen Mindestmengen für komplexe Operationen. Bericht von unserem Redakteur Christian Kunst.

Rheinland-Pfalz/Berlin. Wird das Leben Tausender Patienten jedes Jahr gefährdet, weil sie in Krankenhäusern operiert werden, die für diese Eingriffe nicht über die nötige Erfahrung verfügen? Das legen Recherchen unserer Zeitung mit Datenjournalisten des Science Media Center in Köln nahe, die auf den Qualitätsberichten der Krankenhäuser von 2017 basieren. Ergebnis: Bundesweit unterschreiten 39,7 Prozent, in Rheinland-Pfalz sogar 43,9 Prozent der Krankenhäuser, die komplexe und teils hochriskante OPs vornehmen, gesetzliche Mindestmengen für diese Eingriffe. Unter anderem geht es um den Einsatz von Kniegelenken (jährlich 50 Fälle), komplexe Eingriffe an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse (je zehn), Transplantationen von Stammzellen (25), Leber (20) und Nieren (25). „Die Zahlen zeigen, wie viele Kliniken in Deutschland eigentlich einen oder gar mehrere der betroffenen medizinischen Bereiche aufgeben müssten“, sagt der Gesundheitsexperte Prof. Dr. Thomas Mansky, der bis 2018 das Fachgebiet Strukturentwicklung und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen an der Technischen Universität in Berlin leitete. Er warnt: „Mindestmengen sind zum Schutz der Patienten zwingend geboten.“ Denn laut Mansky ist wissenschaftlich belegt, dass es bei der Behandlung vieler Krankheiten zu deutlich weniger Komplikationen und Todesfällen kommt, je mehr Fälle in einer Klinik operiert werden. Doch die uns vorliegenden Zahlen legen nahe, dass die Mindestmengenregelung auch 15 Jahre nach Inkrafttreten nicht konsequent umgesetzt wird. Während bei Knie-OPs 88,5 Prozent der Kliniken bundesweit (Rheinland- Pfalz: 92 Prozent) die Mindestmenge einhalten, ist dies ausgerechnet bei hochriskanten und im Zweifel lebensbedrohlichen OPs nicht der Fall: Bei Eingriffen an der Speiseröhre erreichen bundesweit nur 48 Prozent (Rheinland-Pfalz: 35 Prozent), an der Bauchspeicheldrüse 66 Prozent, im Land nur 44 Prozent der Kliniken die Mindestmenge   >>>  Bericht der Rhein-Zeitung als PDF

Pressebericht Rhein-Zeitung am 03. Juni 2019

Gesamten Bericht der Rheinzeitung vom 03. Juni 2019 als PDF

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