Die Leiterin der Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsen-Erkrankte, Rosa Jiménez-Claussen, ist selbst betroffen und kann auf viele Fragen zur Krankheit eine Antwort geben. Foto: privat

Patienten müssen lernen, mit der Diagnose zu leben …

Bauchspeicheldrüsenkrebs belastet Körper und Psyche schwer – Betroffene berichtet

Bremerhaven. Rosa Jiménez- Claussen leitet die Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsen- Erkrankte in Bremen, Bremerhaven und umzu, die AdP-Selbsthilfegruppe. Sie kennt die Probleme, Sorgen und Ängste der Betroffenen. Wie es ist, mit dem Krebs zu leben. „Es gibt in unserem Verein viele mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, die nach einer Operation und anschließender Chemo „krebsfrei“ sind und damit lange leben. Aber die Angst, dass sich Metastasen bilden, ist immer da“, beschreibt Jiménez- Claussen. Die Selbsthilfegruppenleiterin für Bauchspeicheldrüsen- Erkrankte ist selbst vor drei Jahren an der Bauchspeicheldrüse operiert worden. Sie weiß, wie es ist, mit einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung zu leben. Neben den Treffen der AdP-Selbsthilfegruppe informiert sie Patienten auch telefonisch. „Die Personen rufen mich in den meisten Fällen an, weil sie in ihrem Alltag Probleme haben“, erklärt Jiménez-Claussen. Dazu gehört unter anderem ein starker Gewichtsverlust, teilweise nehmen Betroffene 15 bis 30 Kilo in kürzester Zeit ab. Anhaltender Durchfall zählt zu den Begleiterscheinungen. „Auch haben viele Probleme mit ihrem Insulinspiegel.“ Nach einer Bauchspeicheldrüsenoperation kann es zu einer seltenen Form von Diabetes kommen, der sich „pankreopriver Diabetes“ oder „Diabetes 3c“ nennt und schwer festzustellen ist. Viele der Gruppenmitglieder tragen Insulinpumpen und auch die regelmäßige Einnahme von Verdauungsenzymen zählt zu ihrem Alltag. Das Fett in der Nahrung kann ohne die Enzyme nicht mehr aufgenommen werden. Mit Hilfe der Insulinpumpe und der Verdauungsenzyme lässt sich laut der Selbsthilfegruppenleiterin eine hohe Lebensqualität erreichen. Bis man sich von einer Operation erholt hat, dauere es aber. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine aggressive Krebsform und ist zu 30 Prozent heilbar, wobei auch dann das Risiko besteht, dass der Krebs wiederkommt. Tatsachen, die die Psyche belasten. „Die Personen stehen nach einer Diagnose zuerst unter Schock. Nicht alle, aber etliche nehmen vorübergehend Antidepressiva“, so Jiménez-Claussen. Der Schock und die Ängste seien einfach zu groß. Die 20 Mitglieder der Selbsthilfegruppe von Jiménez-Claussen lachen aber auch viel miteinander. „Wir sind hier kein Trauerverein und es tut gut, sich mit anderen auszutauschen.“ Auch kommen regelmäßig Ärzte zu den Treffen, die Fragen beantworten. Ihre Gruppe ist ebenso für Menschen offen, die keine Krebsdiagnose gestellt bekommen haben, aber an der Bauchspeicheldrüse erkrankt sind. Auch spielt es keine Rolle, ob der Krebs noch operabel ist oder nicht, betont Jiménez-Claussen. Besonders wichtig ist ihr, dass auch Hausärzte, Gastroenterologen und Diabetologen für das Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs sensibilisiert sind. (lhk)

Ansicht des Berichts als PDF Download

Leandra Hanke – Redaktion
NORDSEE-ZEITUNG  am 22.11.2022

Selbsthilfegruppe finden

Finden Sie eine Regionalgruppe in Ihrer Nähe.
Wir freuen uns auf Sie.
mehr

Experten-Hotline

Das Informations- und Beratungsangebot in Form einer Telefon-Hotline mit Pankreas-Experten.
mehr

Unser Forum

Besuchen Sie unser Forum zum Thema Bauchspeicheldrüse – Pankreas – Selbsthilfe
mehr

Der AdP Newsletter

Aktuelle Verbandsnachrichten und Meldungen rund um Bauchspeicheldrüsen(krebs)erkrankungen
mehr
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Mitgliedschaft oder einer Spende