AdP e.V. Bauchspeicheldrüsenerkrankte

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Informationsabend über Knochenerkrankungen und Schmerz als Folge einer Pankreaserkrankung

Diese Veranstaltung fand am 01.09.2004 im Orthopädischen Krankenhaus Lahnhöhe in Lahnstein statt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V., Kontaktstelle 56 Koblenz.


Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste durch Chefarzt Dr. Henning erfolgte die Vorstellung des Arbeitskreises durch Kontaktstellenleiterin Frau Kaifer. Sie bedankte sich bei Herrn Dr. Henning für die spontane Bereitschaft zur Zusammenarbeit und für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Ihr Dank galt auch den Referenten Herrn Dr. Kruck und Herrn Dr. Spahrkäs, sowie Frau Basset für die organisatorische Zusammenarbeit. Die Veranstaltung wäre aber in diesem Rahmen nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung der Firmen Lilly und Janssen-Cilag, sowie der Sparkasse Koblenz.

Um den Wert einer Selbsthilfegruppe zu verdeutlichen, schilderte anschließend ein Betroffener seinen Leidensweg, bevor er Kontakt zum AdP aufnahm und dadurch sein Krankheitsverlauf sehr positiv beeinflusst werden konnte.

Der erste Fachvortrag wurde gehalten vom ärztlichen Direktor der Klinik Reinhardshöhe in Bad Wildungen Herrn Dr. Kruck, Internist und Gastroenterologe. Er schuf die Basis für das Verständnis der Zusammenhänge von Verdauungsvorgang, Pankreasfunktion und der Pankreasinsuffizienz als Risikofaktor für Vitaminmangel und dessen Folgen. Anschaulich erklärte er auch die Gegebenheiten nach einer Pankreas- und/oder Magenoperation. Wichtig war zu erfahren, dass der Körper durch Stoffwechselumstellung etwa ein bis zwei Jahre einen Vitaminmangel kompensieren kann, ehe es zu ernsthaften Folgeerscheinungen wie etwa Osteoporose kommen kann.

Dr. Henning leitete in seinem anschließenden Vortrag über von der Pankreasinsuffizienz zur Osteoporose als mögliche Folgeerkrankung (sekundäre Osteoporose). Diese gut verständliche Power-Point-Präsentation umfasste Krankheitsbild, Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung. Wichtig war zu erfahren, welche Auswirkungen eine Osteoporose erreichen kann, wenn sie nicht frühzeitig erkannt wird. (Bei einer anwesenden Frau hat sich nach einer Pankreasoperation eine schwere Osteoporose entwickelt, so dass sie heute mit großen Schmerzen im Rollstuhl sitzt.) Diese Erkrankung verläuft in der Anfangsphase schmerzlos und ist daher besonders tückisch, wobei nicht nur Frauen von ihr betroffen sind.

Die Risikobewertung der Osteoporose gleicht der des Schlaganfalls, da auch die Lungenfunktion durch Knochenbrüche beeinträchtigt werden kann. Somit wird deutlich, wie ernst eine Pankreasinsuffizienz und speziell ein daraus resultierender Vitamin - D Mangel einzuschätzen sind.

Die dritte Präsentation von Oberarzt Dr. Spahrkäs befasste sich mit den Themen Pankreas- und Knochenschmerzen.


Diskussionsrunde zum Schluss der Veranstaltung

Bedingt durch die Lage der Bauchspeicheldrüse vor der Wirbelsäule werden leider manche Pankreasschmerzen als Wirbelsäulenerkrankung diagnostiziert und behandelt. Das ist besonders fatal, wenn es sich um Pankreastumore handelt. Durch die Vernetzung der Nervenbahnen der inneren Organe mit Hauptnervenbahnen werden Schmerzen bei Pankreaserkrankungen oftmals in der Ober- bis Mittelbauchregion oder im Rücken empfunden. Die Schmerzen können jedoch sehr unterschiedlich sein in ihrer Intensität und Lokalisation, insbesondere in Folge einer Tumorerkrankung. So können sich Pankreaserkrankungen in ganz verschiedenen Regionen bemerkbar machen. Es wurde aufgezeigt, welche Behandlungsmethoden zur Schmerzbekämpfung möglich sind.

Welche Therapien bei der Osteoporose und den dadurch verursachten Schmerzen möglich sind, wurde im zweiten Teil des Vortrages erläutert. Dabei wurde besonders hingewiesen auf eine ausreichende Bewegung und gezieltes Training, damit sich die Knochensubstanz nicht weiter verringert. Das ist besonders auch im Hinblick auf die Vorbeugung zu beachten.

Die fortgeschrittene Zeit erlaubte leider nur einen Überblick über die ausführliche Abhandlung von Dr. Spahrkäs, was sehr zu bedauern war.

Nach dem anschließenden Imbiss folgte eine lebhafte Diskussion, wobei die eingeplante Zeitspanne weit überschritten wurde. Vielfach wurde der Wunsch geäußert, diesen sehr informativen Abend zu wiederholen.

RG Koblenz (56)

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